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Von Träumen zu Taten — Andreas Bleisch über Mut, Mentoren & Impact

March 20, 20265 min read

Episode 01 — More Than a Dream Podcast

Andreas Bleisch, Mitinhaber Betz Möbel Schaffhausen | betz-designmoebel.ch

Er führt ein 183 Jahre altes Familienunternehmen in Schaffhausen. Im Podcast spricht er darüber, warum Träumen allein nicht reicht — und was es wirklich braucht, um den ersten Schritt zu machen.


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In der allerersten Folge vom «More Than a Dream Podcast» begrüssen David und Elias einen ganz besonderen Gast: Andreas Bleisch, Mitinhaber der Firma Betz Möbel in Schaffhausen. Ein Traditionsunternehmen mit über 183 Jahren Geschichte, das Andreas gemeinsam mit seinem Bruder führt — von Wohnmöbeln über Innenarchitektur bis hin zu kompletten Büroausbauten für Grossunternehmen.

Doch dieses Gespräch dreht sich nicht um Möbel. Es dreht sich um die Frage, die den ganzen Podcast antreibt: Was braucht es wirklich, um einen Traum in die Realität umzusetzen?

«Was rauskommt, ist entscheidend, was drin ist»

Wer Andreas trifft, spürt sofort eine Ruhe und Positivität, die auffällt. Im Gespräch wird klar, woher sie kommt. Andreas beschreibt sich selbst als «Berufsoptimist» — einer, bei dem das Glas immer mindestens halb voll ist. Aber es ist mehr als eine Haltung. Es ist ein Fundament, das sich aus einer tiefen inneren Quelle speist und ihm auch in den schwierigsten Phasen Kraft gibt.

«Selbst wenn ich scheitere, bin ich immer noch viel wert. Wenn ich das einmal weiss, ist schon eine grundsätzliche Ruhe da.» — Andreas Bleisch

Für Andreas beginnt mentale Stärke nicht mit Techniken oder Glaubenssätzen, sondern mit der Frage der Identität: Wer bin ich, wenn alles weg wäre? Wenn die Firma nicht mehr da wäre, der Titel weg, der Erfolg vorbei? Wenn man darauf eine Antwort hat, die trägt — dann hat man ein Fundament, auf dem alles andere aufgebaut werden kann.

Warum echte Mentoren keine Coaches sind

Eines der eindrücklichsten Themen im Gespräch: Andreas' Verständnis von Mentoren. In einer Zeit, in der man an jeder Ecke einen Coach findet, spricht er bewusst von «Vätern» — von Menschen, die nicht ein Programm verkaufen, sondern einfach da sind. Die investieren, begleiten und Stabilität geben.

Zwei seiner wichtigsten Mentoren sitzen bis heute im Verwaltungsrat seiner Firma. Sie waren Business Angels, haben Geld investiert. Aber das Allerwichtigste, sagt Andreas, ist ihr Dasein. Gemeinsame Mittagessen, Weihnachtsessen, ein paar Meetings im Jahr. Kein Schema, kein Framework. Einfach Gemeinschaft.

Sein Tipp für alle, die einen Mentor suchen: Nicht krampfhaft suchen, sondern auf natürliche Anknüpfungspunkte achten. Wer begeistert dich, wenn du siehst, was er oder sie macht? Dort anknüpfen. Natürlich, nicht forciert.

Der Traum: Vom Piloten zum Unternehmer

Mit 17, 18 wollte Andreas Pilot werden. Alles war dem untergeordnet. Dann kam der Switch — er lernte seine Frau kennen, die Familie wuchs. In einem Ingenieurbüro, in dem er zehn Jahre arbeitete, reifte der Wunsch, selbst etwas aufzubauen. Etwas mit Impact. Nicht nur reden, sondern Hands-on.

Mit 30 gründete er zusammen mit einem Geschäftspartner ein Social-Entrepreneurship-Projekt, das Menschen helfen sollte, ihr Leben anzupacken. Die ersten Produkte? Personalisierte Weinflaschen-Etiketten für Rimuss. «Wenn ich heute zurückschaue», lacht Andreas, «das hat völlig nicht rendiert. Aber das war der Start.»

«Niemand hat auf uns gewartet. Das war ein harter Weg mit sehr vielen Niederschlägen und Rückschritten.» — Andreas Bleisch

Heute, mit 44, sagt Andreas klar: «Mein Traum hat sich erfüllt. Und eigentlich noch mehr.» Er arbeitet mit seinem Bruder zusammen, führt ein funktionierendes Geschäft und hat noch immer Träume — vor allem für die nächste Generation.

Lieber falsch entscheiden als gar nicht

Auf die Frage, was schwieriger sei — eine falsche Entscheidung oder gar keine — antwortet Andreas ohne Zögern: «Ich will lieber falsche Entscheidungen als keine. Ich entscheide sehr schnell.»

Das heisst nicht, dass er keine Fehler gemacht hat. Falsche Leute eingestellt, Projekte falsch eingeschätzt. Aber jede falsche Entscheidung hat einen Schärfungsprozess ausgelöst, der ihn stärker gemacht hat. Der Schmerz war real. Aber der Lerneffekt war grösser.

Wenn der Körper die Rechnung schickt

Was Andreas besonders offen teilt: die körperlichen Folgen von jahrelangem Arbeiten über dem Limit. «Man sagt, etwa zehn Jahre kannst du über deinem Pace laufen.» Zu wenig Schlaf, zu viel Anspannung, Nächte durchgearbeitet. Irgendwann kamen komische Kopfschmerzen, Müdigkeit, das Gefühl, sich nicht mehr richtig zu erholen.

Mental, sagt er, war er immer motiviert. Aber der Körper hat die Rechnung geschickt. Heute lernt er bewusst, Grenzen zu setzen. Einem Kunden auch mal zu sagen: «Das geht jetzt nicht, das verschieben wir ins nächste Jahr.» Und den Sport nicht mehr zu vernachlässigen.

Risiko ja — aber nie mit fremdem Geld

In einer Zeit, in der «All-in gehen» glorifiziert wird, hat Andreas einen klaren Grundsatz: Er riskiert nie mit dem Geld anderer Menschen. Nicht aus mangelndem Mut, sondern aus Verantwortungsbewusstsein.

«Ich habe mehr Angst vor der Verantwortung, jemandem etwas nicht zurückzahlen zu können, als vor dem Risiko selbst.» — Andreas Bleisch

Sein Rat: Nebenher starten, 50 Prozent arbeiten, 50 Prozent aufbauen. Proof of Concept, bevor man alles auf eine Karte setzt. «In vielen Fällen kann man so starten, weil du hast noch das Proof-Konzept, du kannst nochmal schauen — und es ist noch nicht so, dass du schon Geld aufnehmen musst.»

Was Träumer von Umsetzern unterscheidet

Am Ende des Gesprächs stellt David die Frage, die den Kern des Podcasts trifft: Was unterscheidet Menschen, die nur träumen, von denen, die umsetzen?

Andreas' Antwort ist nüchtern und gleichzeitig ermutigend: Es gibt Menschen, die zögern, die Angst haben, die sich nicht zutrauen. Und es gibt solche, die einfach anfangen. Aber — und das ist ein wichtiger Punkt — nicht jeder muss der Pionier sein. Nicht jeder ist dafür gemacht. Und genau das ist auch in Ordnung.

«Ich glaube nicht, dass jeder der Pionier und der Macher ist. Und gleich braucht es eben alle.» — Andreas Bleisch

Was er aber seinem 15-jährigen Ich mitgeben würde, ist zweierlei: Erstens, mega viel Mut. Zweitens — und das ist vielleicht der überraschendere Rat: «Du hast Zeit. Relax.» Die Schritte bringen einen weiter, nicht die Ungeduld.


Die wichtigsten Takeaways

1. Identität als Fundament: Wer weiss, wer er ist — unabhängig von Erfolg oder Scheitern — hat die Basis für alles andere.

2. Mentoren statt "Coaches": Such nicht nach dem perfekten Programm, sondern nach Menschen, die dich inspirieren und einfach da sind.

3. Entscheiden > Abwarten: Falsche Entscheidungen bringen mehr als gar keine. Der Schärfungsprozess macht dich stärker.

4. Nebenher starten: Du musst nicht all-in gehen. Proof of Concept erst, Vollgas später.

5. Du hast Zeit: Mach das, was vor dir steht. Beförderung kommt automatisch, wenn die Leistung stimmt.


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