Lea Laib und Delia Guggenheim zu Gast im MORE THAN A DREAM Podcast, im Gespräch mit David Togni über zerbrochene Träume und neue Wege

Wenn dein grösster Traum zerbricht: Was kommt danach? Lea Laib & Delia Guggenheim

October 06, 2026•4 min read

Episode 6 — MORE THAN A DREAM Podcast · mit Lea Laib und Delia Guggenheim

Zwei Frauen, zwei Lebenswege, die nicht so verlaufen sind wie geplant. Lea Laib war Spitzenläuferin, bis eine Essstörung ihr den grössten Traum genommen hat. Delia Guggenheim lief 253 Kilometer durch die Sahara, bevor ein schwerer Unfall ihr Leben veränderte. In dieser Folge sprechen beide mit David darüber, was nach einem zerbrochenen Traum kommt. Und warum der eigene Weg anders aussehen darf.


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Teil 1: Lea Laib

Wenn Leistung zum Ventil wird

Lea war im Laufsport auf dem Weg nach oben. 2012 durfte sie grosse Erfolge feiern. Gleichzeitig wuchs der Druck, und mit ihm eine Essstörung. Nicht, weil sie abnehmen wollte, sondern weil das Nicht-Essen zum Ventil für das wurde, was sie innerlich belastete. «Im ersten Moment gar nicht bewusst. Ich hatte einfach keinen Appetit mehr, weil es mir schlecht ging.»

Das Tückische: Im Ausdauersport wurde sie dadurch zuerst sogar schneller. Bis ihr Körper und ihr Kopf keine Energie mehr hatten. Kurz vor Weihnachten 2013 meldete sie sich selbst in einer Klinik an. Ein Schritt, der so selten ist, dass der Chefarzt sie trotz voller Station sofort aufnahm.

Die Freude am Laufen wiederfinden

Lange dachte Lea, Sport sei etwas Schlechtes für sie. Der erste grosse Lichtblick kam, als sie zum ersten Mal wieder rennen durfte: «Ich habe so eine Freude gespürt und gemerkt: Das ist eigentlich das, was ich immer geliebt habe.»

Heute leitet sie in Winterthur ein Unternehmen, das Spitzenathletinnen und -athleten genauso begleitet wie Menschen nach Operationen oder Verletzungen. Sie steht nicht mehr selbst im Mittelpunkt, sondern unterstützt andere auf ihrem Weg.

«Meine sportliche Leistung definiert mich nicht»

Was unterscheidet heute «Ich will es unbedingt» von «Ich mache mich kaputt»? Lea kennt ihren Körper inzwischen gut und spürt seine Signale. Vor allem aber hat sie eine neue Lockerheit gefunden: «Das definiert nicht meinen Wert. Es ist viel wichtiger, dass es mir Freude macht, als dass ich krasse Ziele erreiche.»

Aufgeben oder bewusst beenden?

Eine der stärksten Fragen der Folge: Wo liegt der Unterschied zwischen Aufgeben und Beenden? Für Lea ist Beenden «eine bewusste Entscheidung aus Überzeugung», und sie kann sehr befreiend sein. Aufgeben dagegen geschieht oft nicht freiwillig, dann, wenn ein Kampf einfach nicht mehr geht.

Teil 2: Delia Guggenheim

Gedanken sind Werkzeuge

Delia war Ultraläuferin und Triathletin. Beim Marathon des Sables lief sie 253 Kilometer durch die Sahara. Seit einem schweren Unfall im März 2025 ist sie querschnittgelähmt. Was ihr durch schwierige Tage hilft, beschreibt sie mit einem Bild, das hängen bleibt: Gedanken sind Werkzeuge. Man kann sie zurück in den Werkzeugkasten legen und andere wählen.

Wer mit einem Hammer an eine Tür will, hat am Ende vielleicht einen Türklopfer, aber auch eine kaputte Tür. «Und so ist es mega häufig auch mit unseren Gedanken.» Statt dem ersten Gedanken blind zu vertrauen, lohnt sich manchmal ein Schritt zurück und ein anderes Werkzeug.

«Dream big, do bigger»

Delias Motto hat zwei Teile, und der zweite ist ihr der wichtigere. Grosse Träume dürfen am Anfang Angst machen. Aber sie sollen nicht Träume bleiben: «Für das braucht es häufig nur den ersten Schritt.» Darum plant sie bereits die Rückkehr in die Wüste.

«Ich erreiche meine Ziele einfach anders»

Nach dem Unfall hörte ihre Mutter einen Satz, der Delia bis heute begleitet: Im Leben ihrer Tochter würden sich viele Türen schliessen, aber auch neue öffnen. Delia hat daraus eine Haltung gemacht. Ihre Ziele sind geblieben. Der Weg dorthin ist ein anderer.

Hilfe, die wirklich hilft

David fragt offen nach: Was sollten Menschen wissen, wenn sie jemandem im Rollstuhl begegnen? Delias Antwort ist klar und freundlich zugleich. Niemanden ungefragt anschieben, das ist ein Eingriff in die Privatsphäre. Lieber fragen. Und ein «Nein, ist okay» dann auch wirklich stehen lassen. Denn manchmal darf etwas einfach etwas länger dauern, weil Selbstständigkeit ein gutes Gefühl ist.

Die Frage an das frühere Ich

Gegen Ende stellt Delia Lea eine eigene Frage: Was würdest du deinem früheren Ich sagen? Lea muss nicht lange überlegen: «Dass man Nein sagen darf.» Und dass man mutig sein kann, ohne sich ständig beweisen zu müssen.

Die wichtigsten Takeaways

  1. Dein Wert hängt nicht an deiner Leistung. Freude ist das bessere Ziel als jede Bestzeit.

  2. Beenden ist nicht Aufgeben. Eine bewusste Entscheidung aus Überzeugung kann befreien.

  3. Gedanken sind Werkzeuge. Wenn einer nicht weiterhilft, leg ihn zurück und nimm einen anderen.

  4. Vom Traum ins Handeln. Oft braucht es nur den ersten Schritt.

  5. Frag, bevor du hilfst. Und nimm ein «Nein, danke» ernst.

  6. Du darfst Nein sagen und mutig sein, ohne dich beweisen zu müssen.

Mehr von Lea und Delia

Lea Laib auf Instagram: @lealaib
Delia Guggenheim auf Instagram: @deliaalyssaa

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